# Risikoeinschätzung mittels Risikograph

Die Risikoeinschätzung erfolgt anhand des nachfolgend abgebildeten Risikographen. Der Aufbau des Risikographen orientiert sich an den Vorgaben der EN ISO 12100 Abs. 5.5, sowie dem Modell für Berechnung von Risikozahlen nach Reudenbach.

Risiko
Kombination der Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Schadens und seines Schadensausmaßes (Definition nach EN ISO 12100 Abs. 3.12)

# Risikograph zur Bestimmung der Risikozahl

Risikobeurteilung - Risikobewertung > Risikoeinschätzung mit Risikograph

# Definition der Risikoparameter

Die Risikozahl (R) ermittelt sich als Produkt von Schadensausmaß (S) und Wahrscheinlichkeit des Eintritts, welche sich aus Aufenthaltsdauer im Gefahrenbereich (F), Eintrittswahrscheinlichkeit (O) und der Möglichkeit zur Vermeidung des Schadens (A) ergibt.

RISIKOEINSCHÄTZUNG (R)
R0 Kein Risiko
R1 – R6 Niedriges Risiko
R7 – R11 Mittleres Risiko
R12 – R16 Hohes Risiko

Berechnung

  • R = S x W
  • R = S x (F + O + A)

Risikoparameter

SCHWERE DES MÖGLICHEN SCHADENS (S)
S1 Leichte reversible Verletzung (z. B. Schramme, Druckstelle, Wunde, Verbrennung 1. Grades)
S2 Schwere reversible Verletzung (z. B. Bruch, Krankheit, Verbrennung 2. Grades)
S3 Schwere irreversible Verletzung (z. B. Verlust von Gliedmaßen, Erblindung, Krankheit mit Folgeschäden, Verbrennung 3. und 4. Grades)
S4 Tod
AUFENTHALTSDAUER IM GEFAHRENBEREICH (F)
F1 selten (Täglich bis wöchentlich)
F2 häufig (mehr als einmal pro Stunde/Schicht) bis dauernd
EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT (O)
O1 Fast unmöglich, nur unter extremen Umständen
O2 Unwahrscheinlich bis vielleicht, vorstellbar und kann eintreten (auch bei Arbeiten, die durch Fachkräfte ausgeführt werden)
O3 Sehr wahrscheinlich, nicht überraschend und zu erwarten (wird häufig eintreten)
MÖGLICHKEIT ZUR VERMEIDUNG ODER BEGRENZUNG DES SCHADENS (A)
A1 Möglich durch Reflex, Beweglichkeit oder langsames Herannahen der Gefahr
A2 Nicht möglich aufgrund der Geschwindigkeit oder räumlichen Eingrenzung

Die Risikoeinschätzung erfolgt nach subjektiven Erwägungen. Es ist nicht generell spezifiziert, ab wann Maßnahmen zur Risikominderung getroffen werden müssen oder welches Restrisiko als vertretbar angesehen werden kann. Die Verantwortung hierfür liegt im Ermessen des jeweiligen Erstellers der Risikobeurteilung.

# Risikograph zur Bestimmung des Performance-Level (PLr)

Bei der Risikominderung durch das Prinzip „Steuerung“ wird der erforderliche Performance-Level (PLr) für die Maßnahme gemäß EN ISO 13849-1 bestimmt. Dies geschieht auf Basis der Einschätzung des Eingangsrisikos, welches die allenfalls bereits vorhandene Risikominderung durch andere Schutzmaßnahmen berücksichtigt.

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Risikoparameter

SCHWERE DER VERLETZUNG (S)
S1 leichte (üblicherweise reversible Verletzung)
S2 ernste (üblicherweise irreversible Verletzung oder Tod)
HÄUFIGKEIT UND/ODER DAUER DER GEFÄHRDUNGSEXPOSITION (F)
F1 selten bis weniger häufig und/oder die Zeit der Gefährdungsexposition ist kurz
F2 häufig bis dauernd und/oder die Zeit der Gefährdungsexposition ist lang
MÖGLICHKEIT ZUR VERMEIDUNG DER GEFÄHRDUNG / BEGRENZUNG DES SCHADENS (P)
P1 Eine realistische Chance besteht, den Unfall zu vermeiden oder dessen Auswirkung maßgeblich zu reduzieren
P2 Es besteht fast keine Chance, die Gefährdung zu vermeiden
EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT (O)
O1 niedrige Wahrscheinlichkeit (aufgrund von Zuverlässigkeitsdaten oder Unfallgeschichten an vergleichbaren Maschinen abschätzbar
siehe: EN ISO 13849-1 A.2.3: Wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Gefährdungsereignisses als niedrig bewertet werden kann, darf der PLr um einen Level verringert werden, siehe A.2.3.2.)
O2 unbekannte oder hohe Wahrscheinlichkeit